Die Geschichte vom Kräutchen Eigensinn
Kategorie: Nikolausgeschichten
Die Geschichte vom Kräutchen Eigensinn Lesezeit: ca. 6 Minuten Der kleine Georg war trotz der schönen Erzählungen der Tante beim Schlafengehen sehr unartig und sehr eigensinnig gewesen, da sagte ihm die Mama: "Nimm Dich nur in Acht, sonst bringt Dir der Nikolaus zu Weihnachten eine Rute vom Kräutchen Eigensinn!"
Autor: Luise Büchner
Als nun die Kinder am andern Abend wieder bei der Tante saßen, da sagte Mathildchen: "Liebe Tante, erkläre mir doch, was eine Rute vom Kräutchen Eigensinn ist." Der Georg saß bei dieser Frage mäuschenstill und guckte mit den großen, blauen Augen auf seine Schuhe, als ob er sie noch nie gesehen hätte, die Tante aber antwortete: "Das sind die allergefährlichsten Ruten, die es gibt, um die darf das gute Christkind keine roten Bänder und kein Flittergold wickeln und die werden auch nicht bloß zum Schmuck und zur Warnung hinter den Spiegel gesteckt, sondern mit denen gibt es wirkliche Hiebe und woher sie kommen, das will ich Euch jetzt ganz genau erzählen:
Am Rand einer großen, grünen Wiese stand ein hübscher, kleiner Strauch, der hatte schlanke Zweige, grüne Blätter und schöne weiße Blüten, so dass er gar lieblich anzusehen war - aber, es war ein schlimmes Kraut. Es wollte immer etwas Anders tun, als es gerade sollte, sagte zu allen Dingen: "Nein!" statt: "Ja!" und die Blumen und Sträucher auf der wiese nannten es nur noch: "das Kräutchen Eigensinn."
Wenn ein Bienchen geflogen kam und in den Kelch seiner Blüten schlüpfen wollte, um sich Honig zu sammeln, dann schloss er schnell die Blüten fest zu. Summte und brummte das fleißige Tierchen auch noch so eifrig: "Mach' auf! mach auf!" so rief das Kraut doch immerfort: "Ich will nicht, ich mag nicht, ich tu's nicht!" bis das Bienchen ganz zornig davon flog und nie mehr wieder kam.
Ein andermal kam ein liebes, kleines Mädchen daherspaziert, das pflückte sich einen Strauß und wollte auch ein Zweiglein von dem schönen, grünen Strauche dazu nehmen. Aber Kräutchen Eigensinn bog sich herüber und hinüber, wand sich hin und her und wollte nichts geben. - "Ei, Kräutchen Eigensinn", sagte seine Nachbarin, ein kleines Heckenrösschen, "so gib doch dem lieben Kinde nur ein kleines Zweiglein!"
"Ich mag nicht, ich will nicht!" rief es dagegen, und ließ sich jetzt erst recht nichts nehmen.
Die gute Sonne hatte von dem blauen Himmel herab Alles mit angesehen und ward bitterböse; sie rief herunter: "Du hässliches Ding, willst Du denn gar nie mehr lieb und artig sein? Ich scheine so gern herab auf alle die lieben Blumen und Sträucher, aber Dir möchte ich auch nicht einen Strahl mehr senden!"
"Nein! denn ich will unartig sein! ich darf unartig sein!" rief das Kräutchen Eigensinn hinauf, "und willst Du nicht auf mich scheinen, so kannst Du es bleiben lassen!"
Das war doch gewiss entsetzlich ungezogen von dem Kräutchen Eigensinn, die Sonne wandte ihr freundliches Gesicht schweigend von ihm ab, die Blumen und Gräser sprachen kein Wort mehr mit ihm und die Bienchen und Schmetterlinge flogen Alle an ihm vorüber, denn Keines wollte noch etwas von ihm wissen.
Endlich gegen Abend kam noch von weit her ein Vögelchen geflogen und wie es so daher schwebte und den schönen, grünen Strauch ansah, wollte es sich ein wenig darauf ausruhen und ein Liedchen singen. Da hätte doch nun das Kräutchen Eigensinn Gelegenheit gehabt, wieder lieb und gut zu sein und sich mit den Andern auszusöhnen. Aber, nein, es war noch trotziger dabei und meinte Wunder, wie großes Unrecht ihm geschehen sei. Kaum hatte sich der Vogel ein hübsches Plätzchen ausgesucht, da fing es an sich zu biegen und zu neigen und wollte ihn durchaus von sich abschütteln.
"Ach", bat das Vöglein freundlich, "halte doch stille, lieber Strauch, ich singe Dir auch mein allerschönstes Lied!"
"Nein, ich will nicht, ich tu's nicht! Ich mag von Euch jetzt auch nichts mehr wissen!" rief Kräutchen Eigensinn voll Wut und Zorn. Da flog das Vöglein fort und setzte sich zu dem Röslein, das es freundlich bei sich aufnahm.
Am andern Morgen schien die Sonne nicht, der Himmel war ganz voll Wolken und der Wind fegte im Wald und auf der Wiese herum, dass kein Schmetterling und keine Biene sich herausgetraute; selbst die Vögel blieben scheu in ihren Nestern. Die dicksten Bäume bog der Wind um und zerzauste sie, dass sie kaum mehr wussten, wohin sich wenden. Die Sträucher und Blumen auf der Wiese duckten sich ganz stille unter, ließen den Wind über sich herwehen und warteten auf bessere Zeiten. Aber Kräutchen Eigensinn, das duckte sich nicht; es wollte mit dem Winde spielen und meinte, es sei so stark wie er und brauche sich weder zu biegen, noch zu neigen. Was kümmert sich aber der Wind um seinen schwachen Widerstand, er fegte unerbittlich drüber hin und her und bald lagen die meisten Blüten alle auf der Erde, die grünen Blättchen flatterten wild umher und der Nachbarin, dem guten Röschen, ward ganz angst und bange. "Kräutchen Eigensinn", rief es warnend, "lasse Deine Zweige nieder hängen, der Wind zerreißt Dich sonst in tausend Stücke!"
"Ich will mit dem Winde spielen, ich darf es tun, Du hast es mir nicht zu wehren!" antwortete Kräutchen Eigensinn und trieb es nur noch toller. Aber - was geschah?
Nach einer halben Stunde war das Kräutchen Eigensinn kein grüner Strauch mehr, sondern ein hässliches, kahles Reis, das aussah, als ob die Raupen es abgefressen hätten. Nur ganz unten hingen noch ein paar kleine Blättchen an dünnen Fäden und schaukelten sich hin und her.
Nun war es mit dem Kräutchen Eigensinn aus; kein Bienchen sah es mehr an, Niemandem fiel es ein, sich ein Zweiglein zum Strauße zu pflücken, und die Vöglein flogen Alle vorüber, als ob es gar nicht auf der Welt wäre. Es konnte nicht einmal mehr sagen: "Ich will nicht, ich mag nicht!" denn keine Seele wollte etwas von ihm.
So verging der Sommer und der Herbst kam, wo der Nikolaus auszieht, um sich Reiser für seine Ruten zu holen. Er hatte manchmal von der Böllsteinerhöhe herab gesehen, wie es das Kräutchen Eigensinn trieb und jedes Mal gedacht: "Na warte nur, weil Du zu allem "Nein!" sagst, sollst Du mir noch die kleinen Leute "Ja!" sagen lehren!" Als er nun mit seinem Grauchen über die Wiese zog, sah er schon von Weitem das dürre Reis und rief vergnügt: "Ha, das hat schöne, schlanke Gerten gegeben, die will ich nun zu Ruten binden und da wird mein Kräutchen Eigensinn den Kindern bald den Eigensinn aus den kleinen Trotzköpfchen treiben!"
Gesagt, getan, er schnitt die Gerten ab, lud sie dem Esel auf und sagte daheim zu Christkind: "An den Ruten da machst Du mir nichts, die binde ich einfach mit Schnur zusammen, die sind für den Ernst und nicht für den Spaß!"
Wo nun ein unartiges Kind ist, das bei Allem sagt: "Ich will nicht, ich mag nicht!" dem bringt der Nikolaus eine Rute vom Kräutchen Eigensinn und das tanzt ihm dann solange auf dem Rücken herum, bis es nie mehr sagt: "Ich tu's nicht!"
Lieber Georg und liebes Mathildchen nehmt Euch darum nur sehr in Acht, dass Euch der Nikolaus nicht so eine Rute vom Kräutchen Eigensinn bringt.
"Ich will gar nicht mehr eigensinnig sein", sagte der Georg, und Mathildchen küsste die Tante und rief: "Nicht wahr, ich bin lieb?"
- Ausführliche Interpretation der Geschichte
- Biografischer Kontext der Autorin
- Welche Stimmung erzeugt die Geschichte?
- Emotionale Wirkung der Geschichte
- Moral und Werte der Erzählung
- Ist die Geschichte zeitgemäß?
- Für welchen Anlass eignet sich die Geschichte?
- Für welche Altersgruppe eignet sich die Geschichte?
- Für wen eignet sich die Geschichte weniger?
Ausführliche Interpretation der Geschichte
Luise Büchners "Die Geschichte vom Kräutchen Eigensinn" ist weit mehr als eine simple Warnung vor Ungezogenheit. Sie funktioniert als kunstvoll verwobene Parabel über die sozialen und natürlichen Konsequenzen von Starrsinn und Selbstisolation. Das Kräutchen ist kein von Natur aus böses Wesen, sondern ein schöner Strauch, der sich durch seine ständige Verweigerungshaltung selbst ins soziale Abseits manövriert. Die Interpretation kann auf mehreren Ebenen erfolgen: Als Naturgleichnis zeigt sie, dass sich nichts den natürlichen Gesetzen und der Gemeinschaft auf Dauer entziehen kann, ohne Schaden zu nehmen. Der Wind steht hier für unbeugsame Lebensrealitäten, denen man sich geschickt anpassen muss, anstatt sie trotzig bekämpfen zu wollen.
Auf einer psychologischen Ebene erzählt die Geschichte von der Vereinsamung, die aus chronischem Widerstand erwächst. Jede Interaktion – mit der Biene, dem Mädchen, dem Vöglein – ist eine verpasste Chance auf Verbindung und Freude. Die Metamorphose vom "lieblichen" Strauch zum "hässlichen, kahlen Reis" ist das sichtbare Zeichen innerer Verhärtung. Interessant ist auch die Rolle des Nikolaus: Er ist nicht der strafende Übervater, sondern eher ein pädagogischer Handwerker, der die natürlichen Konsequenzen des Fehlverhaltens (die zerstörten Zweige) in ein Werkzeug zur Erziehung umwandelt. Die Rute ist somit keine willkürliche Strafe, sondern das direkte Ergebnis des eigenen Tuns – eine tiefsinnige pädagogische Botschaft.
Biografischer Kontext der Autorin
Luise Büchner (1821-1877) war eine bedeutende deutsche Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und Tochter eines Arztes aus Darmstadt. Sie entstammte einer hochgebildeten Familie; ihr Bruder war der revolutionäre Dramatiker Georg Büchner. Obwohl sie keine formale höhere Bildung genießen konnte, bildete sie sich autodidaktisch weiter und wurde eine der ersten organisierten Kämpferinnen für Frauenbildung und -rechte. Ihr literarisches Schaffen umfasst Romane, Gedichte und eben auch Kinder- und Jugenderzählungen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Geschichte eine zusätzliche Facette: Büchner, die sich stets für soziale Integration und gegen Ausgrenzung einsetzte, zeigt hier die negativen Folgen selbstgewählter Isolation. Ihr pädagogischer Ansatz ist nicht von autoritärem Gehorsam geprägt, sondern von der Einsicht in natürliche Zusammenhänge und soziale Verantwortung. Die Erzählung spiegelt vielleicht auch ihre Überzeugung wider, dass Persönlichkeitsentwicklung und Gemeinschaftsfähigkeit untrennbar zusammengehören – ein Grundpfeiler ihres frauenrechtlichen Engagements.
Welche Stimmung erzeugt die Geschichte?
Die Erzählung erzeugt eine besondere Mischung aus märchenhafter Anmut und einer leisen, unerbittlichen Dramatik. Der Anfang im familiären Kreis wirkt warm und geborgen. Sobald die Tante ihre Geschichte beginnt, wechselt die Stimmung in den Ton eines klassischen Naturmärchens, fast wie eine Fabel von Aesop. Die Beschreibung der Wiese, der Blumen und der Sonne ist idyllisch und friedlich. Diese Idylle wird jedoch zunehmend von der trotzigen Stimme des Kräutchens durchbrochen, was eine Spannung zwischen Harmonie und Störung aufbaut. Der Auftritt des Sturmes bringt dann eine düstere, fast schon mythische Wucht mit sich. Die finale Stimmung ist eine der geläuterten Ruhe: Nach der Zerstörung und der "Ernte" durch den Nikolaus kehrt die Geschichte in den warmen, sicheren Erzählkreis zurück, nun aber mit der klaren, hoffnungsvollen Einsicht der Kinder. Es ist eine Stimmungsreise von Geborgenheit über Konflikt und Konsequenz zurück zur versöhnten Sicherheit.
Emotionale Wirkung der Geschichte
Die Geschichte löst ein vielschichtiges Gefühlsspektrum aus. Zunächst empfindest du vielleicht eine gewisse Belustigung über den übertriebenen Trotz des Kräutchens, ähnlich wie beim Anschauen eines trotzigen Kleinkindes. Diese Belustigung schlägt jedoch bald in leichte Irritation und Unbehagen um, wenn die Verweigerung hartnäckig und lieblos wird. Das wiederholte "Ich mag nicht, ich will nicht!" erzeugt Frustration auf Seiten des Lesers, der die verpassten Chancen auf Freundschaft und Schönheit miterlebt. Die Szene mit dem Sturm weckt dann Mitleid und ein Gefühl der Unausweichlichkeit, fast schon der Tragik. Die emotionale Wirkung ist hier stark von Nachdenklichkeit geprägt. Die Rettung der Zweige durch den Nikolaus und ihre Umwandlung in ein pädagogisches Instrument mildern die Traurigkeit ab und führen zu einem Gefühl der Gerechtigkeit und der Hoffnung. Die Schlussszene mit dem reuigen Georg und der lieben Mathildchen löst schließlich Rührung und Zufriedenheit aus. Insgesamt hinterlässt die Lektüre eine gefestigte, moralisch klare, aber nicht verbitterte Stimmung.
Moral und Werte der Erzählung
Im Vordergrund stehen eindeutig allgemein menschliche und soziale Werte, nicht spezifisch christliche Weihnachtsbotschaften. Die Kernwerte sind:
- Sozialverträgliches Verhalten und Gemeinschaftsfähigkeit: Der Eigensinn des Kräutchens zerstört die Beziehung zu seiner Umwelt. Die Geschichte lehrt, dass Glück und Gedeihen in der positiven Interaktion mit anderen liegen.
- Einsicht und natürliche Konsequenzen: Die Strafe (die Rute) erwächst nicht aus willkürlicher Bestrafung, sondern direkt aus dem eigenen Fehlverhalten (die vom Wind zerbrochenen Zweige). Dies ist ein pädagogisch wertvoller Ansatz.
- Demut und Anpassungsfähigkeit: Der Sturm symbolisiert größere Mächte oder Lebensumstände. Der Wert liegt darin, zu lernen, wann sturer Widerstand sinnlos und selbstzerstörerisch ist.
- Verantwortung für das eigene Handeln: Das Kräutchen erntet genau das, was es gesät hat: Isolation und schließlich seine "Verwandlung" in eine Rute.
Diese Werte passen sehr gut zur Weihnachtszeit, die traditionell als Zeit der Versöhnung, der Familie und der Besinnung auf zwischenmenschliche Beziehungen verstanden wird. Die Geschichte nutzt die Figur des Nikolaus als pädagogische Instanz, stellt aber nicht die Geburt Christi oder religiöse Gnade in den Mittelpunkt.
Ist die Geschichte zeitgemäß?
Absolut. Die Thematik des trotzigen, eigenwilligen Verhaltens ist zeitlos. Moderne Parallelen lassen sich vielfach ziehen: In einer Zeit, die Individualität oft hochhält, zeigt die Geschichte die Schattenseite einer Ich-bezogenen Haltung, die jede Kooperation verweigert. Sie wirft Fragen auf, die heute höchst relevant sind: Wie gehen wir in einer vernetzten Welt mit eigenwilligen Positionen um? Wo endet gesunde Selbstbehauptung und beginnt schädlicher Eigensinn? In der Kindererziehung ist der Ansatz der "natürlichen Konsequenzen" nach wie vor aktuell und wird vielen autoritären Strafmodellen vorgezogen. Auch das Thema Mobbing oder soziale Ausgrenzung lässt sich aus der Perspektive des Kräutchens lesen, das sich zunächst selbst ausgrenzt. Die Geschichte ist somit ein zeitloser Denkanstoß über das Gleichgewicht zwischen Individuum und Gemeinschaft.
Für welchen Anlass eignet sich die Geschichte?
Die Geschichte ist vielseitig einsetzbar. Ihr klassischer Anlass ist natürlich die Vorweihnachts- oder Nikolaustzeit, ideal zum Vorlesen am Adventnachmittag oder am Nikolaustag selbst. Sie eignet sich aber auch hervorragend als pädagogische Lektüre in Kindergärten oder Grundschulen, um über das Thema "Gemeinschaft" oder "Zusammenarbeit" zu sprechen. Da die religiöse Komponente schwach ist, kann sie auch in einem nicht explizit christlichen Umfeld verwendet werden. Für Familien ist sie ein schöner Gesprächsanlass, um über eigenes Trotzverhalten in einem sicheren, metaphorischen Rahmen zu reden. Darüber hinaus ist sie einfach eine schöne, literarisch anspruchsvolle Erzählung für jeden, der klassische Kindergeschichten schätzt.
Für welche Altersgruppe eignet sich die Geschichte?
Die primäre Zielgruppe sind Kinder im Alter von etwa 4 bis 8 Jahren. Die bildhafte Sprache, die personifizierten Naturwesen (Sonne, Wind, Blumen) und die klare Ursache-Wirkung-Struktur sind für Vorschulkinder gut verständlich. Die etwas längeren Sätze und der antiquierte Charme (Wörter wie "Grauchen", "Reis") machen sie für Leseanfänger oder zum Vorlesen für Kinder bis zur zweiten oder dritten Klasse ebenfalls attraktiv. Die Geschichte bietet genug Tiefe, dass auch ältere Kinder (9-10 Jahre) die metaphorische Ebene erfassen und darüber diskutieren können. Die Altersgruppe profitiert von der klaren Moral, ohne dass diese plump oder eindimensional wirkt.
Für wen eignet sich die Geschichte weniger?
Für sehr junge Kinder unter 3 Jahren ist die Geschichte aufgrund ihrer Länge und der komplexen Handlungsabfolge wahrscheinlich noch nicht fassbar. Menschen, die nach einer stark religiös geprägten, fröhlichen Weihnachtsgeschichte mit engelsgleichen Figuren und der Krippe suchen, werden hier nicht fündig, da der Ton lehrhaft und die Atmosphäre teilweise düster ist. Auch wer strikt gegen das Thema "Bestrafung" oder den Begriff der "Rute" in der Kindererziehung ist, könnte die Botschaft missverstehen oder ablehnen, obwohl die Geschichte die Strafe als direkte Folge des Handelns darstellt. Für eine rein unterhaltsame, lustige und konfliktfreie Weihnachtsfeier könnte die Geschichte zu nachdenklich und moralisch sein. Sie ist kein reines "Spaßprodukt", sondern ein Werk mit pädagogischem und literarischem Anspruch.